Schuldnerberatung Haar München
Informationen zur Privatinsolvenz

Damit Sie sich schon über grundlegende Dinge und Wissenswertes aus dem Bereich der Schuldnerberatung informieren können, haben wir Ihnen an dieser Stelle einige Informationen zusammengestellt.

Sollten Sie weitere Fragen haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Was bedeutet der Begriff - Privatinsolvenz?

Die Privatinsolvenz wird auch als Verbraucherinsolvenz beschrieben und trifft Privatpersonen. Das Verbraucherinsolvenzverfahren kann nach der zum 1.1.1999 in Kraft getretenen Insolvenzordnung (InsO) Novellierung der InsO zum 1.12.2001von Personen in Anspruch genommen werden, die stark überschuldet sind und diese Schulden mit ihrem momentanen Einkommen nicht begleichen können. Die Verbraucherinsolvenz sollte jedoch wirklich nur nach einer umfassenden Beratung als letzter Schritt eingegangen werden.

Nach dem Durchlaufen eines gerichtlichen Verfahrens können die Schuldner am Ende von ihren Schulden befreit werden.

1. Voraussetzungen bei Gericht

Um ein Verfahren zur Schuldenbefreiung beantragen zu können, muss man überschuldet und zahlungsunfähig sein, d. h. es muss dem Schuldner unmöglich sein, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Der Schuldner muss sich zunächst selbst oder mit Hilfe einer Schuldnerberatungsstelle um eine mit allen Gläubigern bemüht haben. Nur wenn die Verhandlungen mit den Gläubigern gescheitert sind, kann ein Antrag auf Schuldenbefreiung beim Gericht gestellt werden. Das Scheitern der Verhandlungen muss man sich bescheinigen lassen. Diese Bescheinigung wird von einer sogenannten "geeigneten Stelle" ausgefertigt. Solche Stellen sind, Schuldnerberatungsstellen, die von der Bezirksregierung als "geeignet" anerkannt sind, Rechtsanwälte, Notare und Steuerberater aufgrund ihrer Profession.

2. Der Antrag auf Schuldenbefreiung

  • Der Antrag ist beim zuständigen "Insolvenzgericht" zu stellen. Weitere erforderliche Unterlagen müssen dem Antrag beigefügt werden:
  • Eine Bescheinigung über das Scheitern der eigenen Verhandlungen mit den Gläubigern
  • Ein genaues Einkommens- und Vermögensverzeichnis
  • Ein Verzeichnis sämtlicher Forderungen und Gläubiger
  • Ein "Schuldenbereinigungsplan", in dem der Schuldner vorschlagen soll, wie die Bereinigung seiner Schulden erfolgen kann.

3. Der Schuldenbereinigungsplan

Der Schuldenbereinigungsplan soll alle Regelungen enthalten, die zu einer "angemessenen Schuldenbereinigung" führen. Hierbei sollen sowohl die Interessen der Gläubiger berücksichtigt werden als auch die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Schuldners. Alle Gläubiger müssen sich mit dem Zahlungsplan einverstanden erklären. Scheitert eine Einigung mit den Gläubigern über diesen Plan, weil sich einer oder Gläubiger weigern, diesen anzuerkennen, kann das Insolvenzgericht sich über die Meinung der Gläubiger hinwegsetzen und selbst die Zustimmung zum Schuldenbereinigungsplan geben.

Beachten Sie:

Auch ein Schuldenbereinigungsplan, der einen vollen Verzicht der Gläubiger vorsieht, sollte angemessen sein, wenn die Verhältnisse des Schuldners keine andere Lösung zulassen.

4. Das Insolvenzverfahren

Nur wenn der Schuldenbereinigungsplan gescheitert ist, eröffnet das Gericht das "vereinfachte Insolvenzverfahren". Es werden die Anteile der Forderungen der einzelnen Gläubiger an den Gesamtschulden festgestellt, um die zukünftigen Zahlungen entsprechend verteilen zu können.

Mit Inkrafttreten der Novellierung der InsO zum 1.12.2001 können nun auch diejenigen Schuldner, denen bisher die Teilnahme am Verfahren mangels finanzieller Mittel verwehrt war, das Verbraucher-Insolvenzverfahren durchlaufen.

Dies heißt nun aber nicht, dass das Verfahren für diese Zielgruppe kostenlos ist, die anfallenden Verfahrenskosten werden lediglich bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung gestundet, müssen anschließend aber bezahlt werden. Kann der Schuldner die Kosten danach trotzdem nicht aufbringen, so kann das Gericht die Stundung verlängern und ihm die Möglichkeit der Ratenzahlung nach den Regeln der Prozeßkostenhilfe einräumen, längstens jedoch für 48 Monate.

Was bis dahin nicht bezahlt werden konnte, muß nicht mehr zurückbezahlt werden. In der Praxis sieht es allerdings so aus, dass die vom Schuldner an den Treuhänder abgeführten pfändbaren Beträge zunächst zur Deckung der Verfahrenskosten herangezogen werden und danach erst, wenn die gestundeten Verfahrenskosten erbracht worden sind, an die Gläubiger abgeführt werden.

Die Kostenstundung muss im Antrag ausdrücklich gesondert beantragt werden!

Aktive Kleingewerbetreibende dürfen nicht ins Verbraucherinsolvenzverfahren, sondern müssen das Regelinsolvenzverfahren beantragen.

Ehemalige Kleingewerbetreibende dürfen nur dann ins Verbraucherinsolvenzverfahren, wenn ihre Vermögensverhäitnisse überschaubar sind d.h. sie weniger als 20 Gläubiger haben, wobei keine Schulden aus Arbeitsverhältnissen (z.B. Lohnforderungen, nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge, Berufsgenossenschaftsbeiträge etc.) bestehen dürfen.

5. Sechsjährige Wohlverhaltensperiode

Anders als vor dem 01.12.2001, beginnt die nun gültige Wohlverhaltensperiode bereits mit der Eröffnung des gerichtlichen Insolvenzverfahrens. Diese wurde vom Gesetzgeber von ursprünglich 7 Jahren auf nunmehr 6 Jahre reduziert. Damit verkürzt sich die Dauer des Verfahrens um bis zu 2 Jahre.

Beachten Sie:

Unterlagen zum Einkommen und zu den Forderungen sollten daher als Nachweise aufbewahrt werden.

Während der Wohlverhaltensperiode ist der Schuldner verpflichtet,

  • eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben
  • den pfändbaren Teil seines Einkommens an einen Treuhänder abzutreten,
  • der dies dann an die Gläubiger verteilt
  • wenn er arbeitslos ist, sich um Arbeit zu bemühen und jede zumutbare Arbeit anzunehmen
  • jeden Wohnungs- und Arbeitsplatzwechsel anzugeben
  • ererbtes Vermögen zur Hälfte abzuführen.

Wenn der Schuldner diesen "Obliegenheiten" nachkommt, erteilt das Gericht nach

Ablauf der sechs (bzw. fünf) Jahre die Restschuldbefreiung.

Restschuldbefreiung muß im Antrag ausdrücklich gesondert beantragt werden!

6. Der Treuhänder

Während der Wohlverhaltensperiode wird ein vom Schuldner unabhängiger Treuhänder eingesetzt, der die Gelder des Schuldners an die Gläubiger weiterleitet und die Einhaltung der Pflichten des Schuldners kontrolliert. Der Treuhänder wird vom Gericht bestellt.

7. Ablehnung der Schuldenbefreiung

Das Gericht wird einen Antrag auf Schuldenbefreiung u. a. dann ablehnen, wenn

  • der Schuldner in den letzten drei Jahren vor der Antragstellung falsche
  • Angaben über seine wirtschaftlichen Verhältnisse gemacht hat, um einen Kredit
  • oder öffentliche Leistungen zu erhalten.
  • der Schuldner im Jahr vor der AntragsteIlung sein Vermögen verschwendet
  • oder unangemessen gelebt hat
  • der Schuldner während des Insolvenzverfahrens und der Wohlverhaltensperiode seine Pflichten verletzt hat
  • der Schuldner im vorzulegenden Vermögensverzeichnis falsche Angaben gemacht hat.

Beachten Sie:

Die Schuldenbefreiung wirkt auch gegen solche Gläubiger, die sich nicht am Insolvenzverfahren beteiligt haben. Die Schuldenbefreiung gilt nicht für Mitverpflichtete und Bürgen. Diese müssen bei Bedarf einen eigenen Antrag stellen. Für Forderungen aus unerlaubten Handlungen gibt es keine Schuldenbefreiung.

Für wen ist das Regelinsolvenzverfahren geeignet?

Das Regelinsolvenzverfahren ist sowohl von Selbständigen, die sich in Zahlungsschwierigkeiten befinden, als auch von ehemals Selbständigen, die mehr als 19 Gläubiger oder Schulden aus Arbeitsverhältnissen haben, gedacht.

Unsere Leistungen

Schuldnerberatung für Verbraucher

Schuldnerberatung für Firmen,
Selbstständige, ehemals Selbstständige*

Ermittlung der aktuellen Schuldensituation

Verhandlungen mit Gläubigern zwecks Gläubigervergleich

Verhandlungen mit Banken und Sparkassen

Ausstellung der Bescheinigung nach § 305 InsO (AGInsO)

Vorbereitung des Insolvenzverfahrens

Erstellung von Insolvenzanträgen (Verbraucherinsolvenz, Regelinsolvenz*)

Begleitung in das Insolvenzverfahren

Begleitung im laufenden Insolvenzverfahren

Ausstellung von P-Konto Bescheinigungen

Schuldnerberatung und Insolvenzberatung
Standorte der SBI e.V.

Schuldnerberatung Ingolstadt e.V.

Hauptstelle SBI e.V.


Münchner Str. 23g
85051 Ingolstadt
Tel.: 0841 - 88197971

 

Schuldnerberatung
Haar München

Außenstelle der SBI e.V.


Grasbrunner Str. 25
85540 Haar
Tel: 089 - 45453533

 

Schuldnerberatung Ebersberg

Außenberatung d. SBI Haar-München


Kolpingstr. 1
85560 Ebersberg
Tel.: 0178 - 1 896 598

Kooperation Jobcenter Ebersberg

Ihr Termin bei der Schuldnerberatung Haar-München

Sie möchten unsere staatlich geförderte Schuldnerberatung in Anspruch nehmen?

Dann vereinbaren Sie Ihren Termin gerne telefonisch, per Mail oder bequem über unser Kontaktformular.

Hilfe für Selbständige, Gewerbetreibende oder ehemals Selbständige

Sie sind selbständig, Gewerbetreibender oder ehemals Selbständiger (mit mehr als 19 Gläubigern) und sind verschuldet? Sie wissen keinen Ausweg mehr?

Auch in diesen Fällen sind wir Ihr kompetenter Ansprechpartner. Für mehr Informationen nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf oder besuchen unsere extra Website.

Schuldnerberatung &
Insolvenzberatung Augsburg

Werner-Haas-Str. 8
86153 Augsburg
Tel.: 0821 - 48649045

Anschrift

Schuldnerbetreuung Haar - München
Günther Hilz
Grasbrunner Str. 25
85540 Haar

Telefon: 089 - 45 453 533

Förderung